Echolink, eine Technologie bei INTERMAR


EchoLink ist eine Internet-Anwendung, die von Funkamateuren genutzt wird, um vorzugsweise Relais zu vernetzen. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Betriebsart.

Entwickelt wurde diese Technologie von Jonathan Taylor (K1RFD). Die Software wird kostenlos angeboten und kann von lizenzierten Funkamateuren von der Echolink-Website hier heruntergeladen werden. Weiterhin werden entsprechende Apps für die Betriebssysteme Android und IOS angeboten.

Ein Überblick

Bei EchoLink werden vorhandene Amateurfunk-Relais per „Voice-over-IP“ über das Internet vernetzt, aber auch die Verbindung über Funkgeräte auf Direktfrequenzen ist möglich, seit die Verbindung von Funkeinrichtungen mit öffentlichen Kommunikationsnetzen erlaubt ist. Die Steuerbefehle werden dabei über die Funkschnittstelle durch DTMF übertragen. Ebenso ist der direkte Kontakt zwischen Funkamateuren über das Internet (ohne dass das Signal über eine Amateurfunkfrequenz übertragen wird) möglich, wenn auch ursprünglich nicht primär vorgesehen.

Wer sich etwas tiefer mit der Technologie beschäftigen möchte, dem sei der Beitrag auf Wikipedia unter empfohlen.

Lt. Wikipedia zählte das EchoLink-Netz per Juni 2010 bereits mehr als 520.000 zugelassene Benutzer (alles lizenzierte Funkamateure) in 162 Ländern – mit etwa 4200 Stationen, die zu jeder Zeit online sind.

Echolink bei INTERMAR

Schon früh haben wir bei INTERMAR das Potenzial von EchoLink erkannt und auch in die Infrastruktur investiert. Daher ist es bereits seit vielen Jahren möglich über EchoLink z.B. das INTERMAR-KW-Netz auf der 14.313kHz als Zuhörer zu verfolgen, bzw. im Anschluss an das Netz mit dem Netcontrol oder auch anderen Teilnehmern über die INTERMAR EchoLink Konferenz in Verbindung zu treten.

Es soll nicht verschwiegen werden, Möglichkeiten über eine reine Funkverbindung mittels EchoLink miteinander zu kommunizieren sind natürlich durch die Abdeckung, bzw. das Vorhandensein von Repeatern limitiert.

Eine weitere Dimension eröffnete sich für INTERMAR jedoch durch die Verfügbarkeit von EchoLink über das Internet und weiterhin dann durch die Verfügbarkeit entsprechender EchoLink Apps für die verschiedenen Smart-Phone Plattformen, die es nun gestatten an jedem Ort, der über Mobiltelefonie mit Internetverbindung erreicht werden kann, über EchoLink zu kommunizieren.

Damit steht Seglern, die mit INTERMAR kommunizieren möchten, im entsprechenden küstennahen Bereich neben dem DMR Brandmeister Netz, Talkgruppe 9101 und natürlich dem Kurzwellenfunk auf der 14.313, eine weitere simple Kommunikationsmethode über das Mobiltelefon (im gesamten Bereich der Mobiltelefonabdeckung) zur Verfügung. EU-Roaming und Datenflats tragen sicher weiter zur besonderen Attraktivität dieser Kommunikationsmethode bei.

Mit der Aufnahme des regelmäßigen Betriebes im DMR-Brandmeisternetz bei INTERMAR. wird parallel immer auch das Netz über Echolink durchgeführt UND es gibt dazu die Möglichkeit zwischen Echolink und DMR- Stationen über die INTERMAR Infrastruktur zu kommunizieren.

Wie funktioniert dies nun bei INTERMAR?

EchoLink-Benutzer, wie INTERMAR, haben dedizierte Konferenzserver eingerichtet, die speziell für die Unterstützung großer, kontinuierlicher Konferenzen entwickelt wurden und häufig einem bestimmten Thema oder Interesse gewidmet sind, bei uns eben dem Thema „Wassersport und Amateurfunk“. EchoLink verfügt über sogenannte Stationslisten. Diese Konferenzserver werden separat dort aufgeführt und haben Namen, die mit einem Sternchen beginnen und enden (z. B. * CONF * oder eben *INTERMAR*). Die Stationslisten gibt es als Übersicht über alle Teilnehmer am Dienst, siehe hier.

Konferenzen mit EchoLink

Wie oben angeführt, Konferenzen beziehen sich auf die Fähigkeit von EchoLink über das Internet mit mehr als einer Station gleichzeitig verbunden zu sein. Jede Station wird somit Teilnehmer an einer Konferenz. Wenn man auf diese Weise verbunden ist, kann jedes Mitglied der Konferenz die Kommentare des anderen Mitglieds hören. Selbst Text-Chat-Nachrichten werden auch an alle Einzelbenutzer-Teilnehmer gesendet.

Ein Beispiel!

Uwe möchte mit Uwe kommunizieren. Ok, detaillierter; DF5AM möchte mit DD1HUR kommunizieren. So sehe ich auf oben genannter Webseite in der Stationsliste nach, ob DD1HUR "ON" ist. Ist dem so, kann ein Anruf erfolgen. Ist DD1HUR gerade "BUSY", sprich besetzt, muss ich warten bis wieder "ON" angezeigt wird. Ja, und wird er in der Liste überhaupt nicht angezeigt, dann ist er "nicht online", Pech gehabt. Wäre ein Vergleich korrekt, wenn man sagen würde: Es ist wie ein Sprachanruf, nur mit der Prüfung ob der Teilnehmer erreichbar ist? Ich denke ja.

Doch nun zu der Einsatzart, die INTERMAR gewählt hat und die sehr erfolgreich im Einsatz ist. INTERMAR verfügt über einen Konferenzserver mit der ID 386970 und dem Namen * INTERMAR *. Dieser Konferenzserver ist immer online, man kann es prüfen, unter dem oben genannten Link zur Stationsliste. Zu Netzzeiten wird dieser Konferenzserver dann durch die Klubstation DK0MC als Nutzer belegt und alle im Konferenzserver eingeloggten Teilnehmer können das KW-Netz verfolgen. So wird die oben in der Einleitung genannte Kommunikation von Teilnehmern des Echolink Dienstes mit INTERMAR realisiert.

Aber auch außerhalb der Netzzeiten bietet sich der Konferenzserver an. Auf der Webseite intermar-ev.de ist jederzeit sichtbar, wer sich am Konferenzserver eingeloggt hat. So wären, wenn man wollte, neben "Hörwachen" für Informationen an INTERMAR auch Chatverabredungen möglich.

Ein Fazit:

Echolink erweitert die Kommunikation im Amateurfunkbereich um eine wichtige Komponente. Lediglich mittels einer Internetanbindung, egal „wo auf der Welt man sich befindet“, kann Kommunikation mit INTERMAR betrieben werden. Zu Netzzeiten hört man die Wetterberichte und sonstigen Informationen, die übermittelt werden, kann interaktiv „mitreden“. Und, die Lesbarkeit ist S9! Es soll sogar Nutzer geben, die sich ihr „abgelegtes Handy“ mit Prepaid SIM-Karten der Länder, in denen sie sich gerade aufhalten, ausstatten. Soll kostengünstig sein. Ein nicht zu verachtender Mehrwert.

Ich denke, diese Möglichkeit der Kommunikation, auch wenn schon länger verfügbar, ist weiterhin ein Gewinn für jede(n) Funkamateur(in).

Also, ausprobieren, die Apps für IOS und Android sind kostenlos, wie auch der Desktop-Client, und einfach zu bedienen.

Vy 73 de Uwe (DF5AM)