Das Ambiente hätte nicht besser gewählt werden können. 25 Teilnehmer scheuten die z.T. weite Anfahrt in den äußersten Südosten der Republik nicht, um in eindrucksvoller Voralpenlandschaft alles über Kommunikationstechnik auf Yachten zu erfahren. Sie wurden nicht enttäuscht. Auch das 3. gemeinsam von Trans-Ocean und INTERMAR veranstaltete Seminar zum Thema wurde wieder zu einem vollen Erfolg.

In bewährter Weise stellten die Referenten Dr. Rüttger Clasen DL8MEZ, Klaus Hilbert DJ3CD, Martin Erger DK4FD, Rüdiger Hirche DJ9UE und Armin Habeck DL8AH Vor- und Nachteile verschiedener Verfahren vor, um danach ausführlich den auf Yachten nach wie vor dominierenden Kurzwellenbetrieb zu besprechen.

Unabhängig davon ob sie See- oder Amateurfunk (die techn. Unterschiede sind gering) nutzen, wissen die Teilnehmer jetzt auf was sie bei der Auswahl des Funkgerätes achten müssen und welche Funktionen auf See wirklich wichtig sind.

   
Auf der Terasse des Hotels war eine yachttypische
Antenne aufgebaut.

Im praktischen Funkbetrieb wurde u.a. demonstriert,
wie man über KW mit PACTOR Wetterkarten auf den
Laptop holt.

Funkgeräte sind das eine, mindestens ebenso wichtig ist die Antenne. Obwohl es sich im Grunde „nur“ um ein Stück Draht handelt, ist deren Auswahl und Aufbau letztlich entscheidend für den Erfolg. Weil man KW-Antennensysteme für Boote nicht fertig kaufen kann, werden dabei die meisten Fehler gemacht. Die Antennenumgebung und die HF-Erde haben gravierenden Einfluss auf die Funktion, weshalb eine Antenne, die sich auf dem einen Boot bewährt hat, auf einem anderen noch lange nicht optimal funktionieren muss. In diesem Zusammenhang spielen auch Störungen der Bordelektronik durch den Sender als auch umgekehrt die evt. Beeinträchtigung des Empfangs durch die Bordelektronik eine Rolle.

Abschließend stellen sich die Referenten den
noch offenen Fragen der Teilnehmer
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Außer Emails ermöglicht PACTOR auch den für Langfahrtsegler besonders wichtigen weltweiten Zugang zu Wetterberichten und Grib-Daten. Neben SSB ist PACTOR zur Datenkommunikation deshalb wohl die meistgenutzte Betriebsart auf KW. Die Teilnehmer wurden ausführlich über die Einrichtung des Modems und den praktischen Betrieb informiert. Dabei spielt vor allem die Auswahl der „Landstationen“ eine entscheidende Rolle. Abhängig vom aktuellen Funkwetter sind nicht alle zu jeder Zeit erreichbar. Kostenlos verfügbare Programme helfen eine geeignete Station und Frequenz zu finden.

Parallel zu den Referaten wurde auf der Terrasse des Hotels praktischer Betrieb an einer yachttypischen Antenne vorgeführt und z.B. gezeigt, wie man mit über KW geholten Grib-Daten Wetterkarten auf den PC zaubert. Abschließend stellten sich die Referenten den noch offenen Fragen, ehe sich die Teilnehmer wieder auf den Heimweg machten. Sie wissen jetzt, wie sie die Kommunikationstechnik auf ihrem Boot realisieren können und wenn es doch unerwartet Probleme geben sollte, wissen sie auch, wo sie Experten finden, die sie unterstützen.